Liebes Herrchen, tröste Dich,

      ich weiß, wie sehr Du liebtest mich,

      und auch mein Herz schlug nur für Dich,

      ich nie von Deiner Seite wich.

 

      Verband uns traute Zweisamkeit,

      und liebten wir es, rauszugeh'n,

      des Abends die Geruhsamkeit,

      ließ manche Sorge schnell vergeh'n.

 

      Kann ich Dich nun nicht mehr begleiten,

      so wird mein Geist Dich doch geleiten,

      meine Nase kennt jede Wiese,

      jeden Windzug, welcher blies.

 

      Wirst an allbekannten Stellen

      auch erinnert sein ans Bellen,

      wenn Du andere Hunde siehst

      und vor Deinen Tränen fliehst.

 

      Doch so soll Dich trösten eins:

      Du warst mein Licht des Sonnenscheins,

      gabst Futter mir und auch ein Dach,

      dafür ich hielt Dir treu die Wacht.

 

      Nie verlor'n geht diese Liebe,

      unerfüllt sie doch erst bliebe,

      wenn einander nicht gedacht,

      Erinnerung nicht in uns wacht.

 

      Drum gedenke meiner immer,

      sonst der Schmerz wird sein noch schlimmer.

      Schliess' mich in Dein Herz fest ein,

      dann werd ich ewig bei Dir sein.

 

      Sind die Tränen reich geflossen,

      denk auch an meine Artgenossen.

 

      Mancher sitzt gar wie in Trance

      im Zwinger, hoffend auf die Chance,

      welch Du bereit wärst, ihm zu geben

      und erneut zu zweit zu leben.

      Reich erfüllt von Stolz und Mut

      tät nun ein neues Tier Dir gut.

 Der alte Kettenhund 

  Ich bin allein, es ist schon Nacht

und stille wird´s im Haus,

dort ist ein Feuer angefacht,

da ruht mein Herr sich aus.

Er liegt im warmen Federbett,

deckt bis ans Ohr sich zu,

 und ich, auf meinem harten Brett,

bewache seine Ruh´.

Die Nacht ist kalt, ich schlafe nicht,

 der Wind aus Ost weht kalt,

die Kälte ins Gesicht mir kriecht,

ich bin ja auch schon alt.

 Die Hütte, die mein Herr versprach,

erlebe ich nicht mehr,

 Regen tropft durchs morsche Dach,

Stroh gibts schon lang nicht mehr

Die Nacht ist kalt, der Hunger quält,

mein Winseln niemand hört,

und wüsst mein Herr auch was mir fehlt, 

 er wird nicht gern gestört.

Die Nacht ist lang, zum zehnten Mal

leck ich die Schüssel aus,

den Knochen, den ich mir versteckt,

ich grub ihn längst schon aus.

Die Kette ist so oft geflickt,

sie reibt den Hals mir bloss,

sie reicht nur noch ein kleines Stück,

und nie werd ich sie los.

 

Was Freiheit ist, das lern ich nie,

doch weiss ich, ich bin treu,

so liege ich, wart´ auf den Tod,

denn dieser macht mich frei.

 

 

  Am Morgen bist Du sehr früh aufgestanden und hast die Koffer gepackt.

Du nahmst meine Leine, wie war ich glücklich!

Noch ein kleiner Spaziergang vor den Ferien, wie schön!

Wir fuhren mit dem Wagen und Du hast am Strassenrand angehalten.

Die Tür ging auf und Du hast einen Stock geworfen.

Ich lief und lief bis ich den Stock gefunden und zwischen meinen Zähnen

hatte,

um ihn Dir zurückzubringen. Als ich zurückkam,

warst Du nicht mehr da!

In Panik bin ich in alle Richtungen gelaufen,

um Dich zu finden aber vergebens.

Ich lief Tag für Tag, um Dich zu finden und wurde immer schwächer.

Ich hatte grosse Angst und grossen Hunger.

Ein fremder Mann kam, legte mir ein Halsband um und nahm mich mit.

Bald befand ich mich in einem Käfig und wartete dort auf Deine Rückkehr.

Aber Du bist nicht gekommen.

Dann wurde der Käfig geöffnet.

Nein Du warst es nicht.

Es war der Mann, der mich gefunden hatte.

Er brachte mich in einen Raum es roch nach Tod!

Meine Stunde war gekommen.

Geliebter Mensch, ich will, dass Du weisst,

dass ich mich trotz des Leidens,

das Du mir angetan hast, noch stets an Dein Bild erinnere

und falls ich noch einmal auf die Erde zurückkommen könnte

ich würde auf Dich zulaufen, denn ich hatte Dich lieb.

Dein Hund.

 

 

  Verlassen

 Mein Aug ist trüb, mein Herz ist schwer

und ich vermiß mein Frauchen sehr.

Noch gestern ging sie mit mir aus,

dann aber ganz allein Nachhaus.

Ich wollt ja nach ihr rennen,

nur hab ich es nicht können!

Da ist der Gurt an meinem Bein,

soll das ein neues Spielchen sein?

Am Baum hat sie mich festgemacht

– was hat sie sich dabei gedacht?

weiß sie nicht, wie ich leide?

Wir sind doch Freunde, wir beide!

Wie froh sind wir umhergetollt,

und ich hab sie zurückgeholt,

die Stöckchen – sicher, leicht und schnell,

sie kraulte lobend mir das Fell.

Mein Bellen und ihr Lachen –

Das konnte glücklich machen!

Und wenn sie einmal traurig war,

ich strich ihr tröstend über´s Haar

und hatte stets ein off´nes Ohr,

wärmte ihre Seele, wenn sie fror.

Meint ihr, ich habe keine,

weil ich nicht lache oder weine?

Nun frier ich selbst, trotz dickem Fell,

ach hört denn niemand mein Gebell?

Und auch mein Magen knurrt so sehr,

wenn bloß der dumme Gurt nicht wär.

Ich spür, wie mir die Kraft entschwindet,

ich sterbe, wenn mich keiner findet!

O Frauchen, bitte sag mir an,

was hab ich Böses Dir getan

dass du mir auferlegst dies Joch

Ich aber lieb dich immer noch

auch wenn ich mich zu Tode quäle –

mit meiner ganzen Hundeseele!

 

  

Die Regenbogenbrücke

Eine Brücke verbindet den Himmel und die Erde. Wegen der vielen Farben

Nennt man sie die Brücke des Regenbogens. Auf dieser Seite der Brücke

liegt ein Land mit Wiesen, Hügeln und saftigen, grünen Gras.

Wenn ein geliebtes Tier auf der Erde für immer eingeschlafen ist,

geht es zu diesem wunderschönen Ort.

Dort gibt es immer was zu fressen und zu trinken,

und es ist warmes, schönes Frühlingswetter.

Die alten und kranken Tiere sind wieder jung und gesund.

Sie spielen den ganzen Tag zusammen.

Es gibt nur eine Sache, die sie vermissen.

Sie sind nicht mit ihren Menschen zusammen,

die sie auf erden so geliebt haben.

So rennen und spielen sie jeden Tag zusammen,

bis eines Tages plötzlich eines von ihnen innehält und aufsieht.

Die Nase bebt, die Ohren stellen sich auf, und die Augen werden ganz groß!

Plötzlich rennt es aus der Gruppe heraus und fliegt über das grüne Gras.

Die Füße tragen es schneller und schneller.

Es hat dich gesehen.

Und wenn du und dein spezieller Freund sich treffen,

nimmst du ihn in deine Arme und hälst ihn fest.

Dein Gesicht wird geküsst, wieder und wieder,

und du schaust endlich glücklich in die Augen deines geliebten Tieres,

das solange aus deinem Leben verschwunden war,

aber nie aus deinem Herzen.

Dann überschreitet ihr gemeinsam die Brücke des Regenbogens, und ihr

werdet

nie wieder getrennt sein...

 

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